Florian C. Meile

Thriller
Schweizer Authentizität.
Spannung auf Weltniveau.

Florian C. Meile ist die neue starke Stimme aus der Schweiz. Seine Thriller treffen Kopf und Puls zugleich. 

Als Soziologe und heutiger Tech-CEO kennt er Systeme, Druck und Entscheidungen. Zehn Jahre Forschung liefern ihm Zugang zu Motiven hinter Fassaden: Die Basis seiner dichten, sauber recherchierten Stoffe.

DER SAVANT ist Meiles Debüt und Auftakt einer Reihe, in der er Spannung bis zum Zerreißen aufbaut, den Nerv der alpinen Schweiz spürbar macht und gleichzeitig in menschliche Tiefen vordringt. Meile schreibt mit schwindelerregendem Tempo und philosophischem Unterstrom. Ein Genuss für jeden, der Spannungsliteratur mit Niveau sucht.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes im Autismus-Spektrum mit einer seltenen Gabe. Er ist anders – und trotzdem fühlt man mit ihm. 

Die filigran eingearbeiteten Bezüge sind Meiles besonderes Markenzeichen: beim Lesen fühlt es sich an, als würden Puzzleteile nach und nach an ihren Platz rutschen, ohne dass man es aktiv mitbekommt. Zusammen mit der Spannung, den lebendigen Charakteren und den überraschenden Schockmomenten sind seine Bücher ein wahres Vergnügen. Suchtfaktor garantiert.

Als Vater von vier Töchtern schreibt Meile immer auch über Verantwortung und Liebe, aber ohne den Zeigefinger zu erheben. 

Er lebt mit seiner Familie, Hund und Hühnern in Einsiedeln im Herzen der Schweiz.
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12 Fragen an Florian C. Meile

1. Was hat Sie dazu bewogen, Thriller zu schreiben?

Dass ich schreiben muss, wusste ich schon lange. Als Soziologe habe ich immer schon viel gelesen, nachgedacht und geschrieben. Lange vorwiedend akademisch. Für Arbeiten im Studium habe ich oft mehr Seiten geschrieben als für die Recherche gelesen. Dass es später Thriller werden würden, war Zufall. Oder Schicksal. Geplant war es auf jeden Fall nicht. Wer weiß, was sich später im Leben noch ergeben wird... Ideen hätte ich genug.

2. Wie viel von Ihrem Hintergrund als Tech-CEO fliesst in Ihre Geschichten ein?

Darüber habe ich nie nachgedacht. Wie viele Hüte trägt ein Mensch? Ich glaube, es sind zu viele, um sie zu zählen. Der Tech-CEO ist nur einer davon und sie alle machen mich zu dem, der ich bin.

3. Ihr Protagonist in "Der Savant" hat eine besondere Gabe im Autismus-Spektrum. Was hat Sie an diesem Thema fasziniert?

Das Faszinierendste und teilweise Beängstigendste war, einen Protagonisten zu haben, der so anders denkt und fühlt als die Neuros. So nennen Menschen im Spektrum die Leute, deren Gehirn normal funktioniert. Nur um immer wieder festzustellen, wie viel ich mit ihm gemeinsam habe.

4. Recherche oder Fantasie – was ist wichtiger für einen guten Thriller?

Ich glaube, Fantasie ohne Recherche ist nicht möglich. Zumindest wäre sie nicht gut. Es ist immer wieder spannend, wie sich manche Menschen das Schreiben eines Romans vorstellen. Sie glauben, der Autor sei eine Art Gott und könne alles geschehen lassen, was er sich vorstellen kann. Nichts könnte weiter von der Wahrheit weg sein. Würde ein Schriftsteller Geschichten schreiben, wie sie das Leben in der Realität schreibt, würden ihn alle für einen Fantasten halten und seine Bücher als unrealistischen Quatsch abtun. In einem Roman gibt es keine Zufälle, alles unterliegt unglaublich strengen Regeln. Und für falsche Fakten wird man aufgehängt.

5. Sie haben eine Familie mit vier kleinen Töchtern und führen ein Unternehmen. Wie bekommen Sie es hin, auch noch Bücher zu schreiben?

Möchten Sie die einfache oder die komplexe Antwort? (Lacht.) Die Antwort besteht nur aus einem Wort: Martina. Ohne meine Frau wäre das nie und nimmer möglich. Man sagt, hinter jedem großen Mann stehe eine noch größere Frau. Der Spruch mag abgehalftert sein und ich weiß auch nicht, ob es stimmt. Mit Sicherheit weiß ich nur, dass es bei mir so ist.  Nicht nur hat sie meine Leidenschaft immer unterstützt und mich ermutigt, auch wenn es hätte bedeuten können, dass wir finanziell in schwierige Zeiten geraten. Das alleine verdient meinen allergrößten Respekt. Für das Schreiben noch wichtiger ist aber, dass sie mir den Rücken freihält und ihre eigenen Bedürfnisse hinter die der Familie und hinter mein Bedürfnis zu schreiben zurückstellt. Dafür bin ich ihr unglaublich dankbar. Nur sage ich es ihr viel zu selten.

6. Was tun Sie, um eine Schreibblockade zu überwinden?

Ich hatte noch nie eine. Sebastian Fitzek sagte einmal etwas, das mir geblieben ist: Schreibblockaden seien das einzigartige Faulheitsprivileg des Schriftstellers. Naja, so hart hat er es nicht gesagt, aber was er gemeint hat, war, dass alle Mitleid mit dem armen Autoren haben, wenn er sagt, er hätte eine Schreibblockade. Dann nimmt man ihn in den Arm und macht ihm einen Tee. In welchem anderen Job gibt es so etwas? Was passiert, wenn die Servicefachkraft plötzlich eine Servierblockade hat? Schreiben hat einen magischen Anklang, und manchmal stimmt das sogar, aber oftmals ist es einfach harte Arbeit und die macht man, indem man am Arbeitsplatz erscheint und seine Arbeit macht. Und hier muss ich ganz klar sein, auch wenn es hart klingt: Ich kann es mir nicht leisten, dass meine Frau das Familienleben übernimmt und mir am Wochenende oder während den Ferien Zeit fürs Schreiben schenkt, oder dass ich morgens vor der Arbeit früher aufstehe, nur um dann blockiert zu sein. Vielleicht habe ich aber auch einfach riesiges Glück und das Schreiben liegt mir sprichwörtlich im Blut.

7. Der perfekte Ort zum Schreiben?

Langweilig: mein Büro. Hier schlägt vielleicht der Tech-CEO durch. Ich habe versucht, mit dem Laptop auf den Knien auf einer Parkbank zu schreiben oder liegend im flauschigen Moos eines Fichtenwalds. Das klingt zwar schön, aber es funktioniert für mich nur sehr begrenzt. Ich brauche einen richtigen Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass ich in dem Moment, wo ich mich hinsetze, am Arbeiten bin. Und es bedeutet einen 48 Zoll Curved Monitor und daneben noch einen kleineren, der hochkant steht. Es bedeutet gutes Licht, eine richtige Kamera und ein Mikrofon für Webmeetings. Und es bedeutet einen Haufen Wände voller analoger Post-It's.

8. Welches Buch hat Ihr Leben verändert?

Das ist einfach: After  von Bruce Greyson. Er schreibt erstaunlich gut für einen Mediziner, aber seine Forschung und die seiner Kollegen über Nahtoderfahrungen ist es, die mich tief verändert hat. Ich hatte lange Angst vor dem Tod und es gab eine Zeit in meinem Leben, da lag ich am Boden, schon halb begraben in einem tiefen, schwarzen Loch. Heute habe ich keine Angst mehr vor dem Tod. Das ist es, worum es in DER  SAVANT eigentlich geht. Um die Frage, warum die Menschen Angst vor dem Tod haben. Es geht um den Ort des Übergangs  um den dünnen Streifen Strand, wo das Wasser den Sand berührt. Wo Wissenschaft uns Spiritualität zusammentreffen. Dort ist Magie.

9. Sie sind Sozialwissenschaftler, haben zehn Jahre Markt- und Meinungsforschung betrieben und sind heute in der Tech-Branche tätig. Wie passt da Spiritualität hinein?

Mein Leben war stets auf Leistung und Fakten ausgelegt. Objektivität, Reliabilität, Validität. Durch die erwähnte Krise veränderte sich meine Sichtweise auf die Welt. Nicht sprunghaft, vielmehr wie ein scheues Reh, das sich an Menschen herantastet, weil es kurz vor dem Verhungern ist: in höchster Alarmbereitschaft und bereit, jederzeit Reissaus zu nehmen. Meine wissenschaftliche, nach Beweisen suchende Seite habe ich nicht abgelegt. Wenn man mich durch die Tür hasten sehen will, braucht man nur einen Quacksalber oder selbsternannten Guru auftreten zu lassen. Mich interessiert der Ort, wo beides da ist. Dieser Ort des Übergangs, den ich vorhin beschrieben habe.

10. Und darüber wollten Sie schreiben?

Genau. Aber nicht in einem weiteren Sachbuch, sondern in einer Geschichte. Ich hätte es mir einfach machen und eine Story erzählen können von einem Suchenden, der die Erleuchtung findet. Nur hätte ich mir das ja selbst nicht geglaubt. Wie hätte ich es dann von Ihnen erwarten können? Deswegen habe ich mich für einen Thriller entschieden. Hier ist nicht so klar, wer im Recht ist. Genau wie in der Realität ist es nicht eindeutig, wo Wahrheit und Moral liegen. Diese Entscheidung treffen die Leserin und Leser alleine. Geschichten haben die Macht, komplexe Sachverhalte nicht an den Kopf, sondern an das Herz zu kommunizieren. Über Geschichten können wir eine Botschaft auf andere Weise aufnehmen, als wenn sie uns jemand faktenbasiert erklärt. Genau so nämlich, wie wir es hören müssen. Und es ist erst noch viel unterhaltsamer.

11. Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie Ihren vier Töchtern mitgeben möchten?

Ich sehe, Sie haben heute den Zettel mit den ganz schweren Fragen mitgenommen. (Überlegt.) Schlussendlich ist der Sinn der Erziehung, dass aus Kindern gute erwachsene Menschen werden, die ein gutes, zufriedenes Leben führen. Was auch immer das im Detail heisst. Ein glückliches Leben ist kein Zufall, sondern das Resultat, wenn man ein paar wichtige Regeln befolgt. Die empirische Glücksforschung ist sich mittlerweile relativ klar darüber, welche das sind. Um es auf eine Formel zu bringen, würde ich sagen: Glück ist Beziehungen, plus ein Gefühl für Schönheit im Hier und Jetzt, plus Schmerztoleranz, plus Transzendenz. Ich weiß, dass das kompliziert klingt und dass ich das jetzt erklären müsste, aber wer weiß, vielleicht wird daraus ja auch einmal ein Buch... (Lacht.)

12. Was können die Leser vom nächsten Band erwarten?

Zum einen, dass die Spannung zum zerreißen hoch bleibt. Zum anderen werden wir uns dem Kern der Botschaft nähern. Ich habe vorhin den Begriff der Nahtoderfahrung verwendet. Wenn Sie sich schon einmal damit beschäftigt haben, dann werden sie die Brotkrumen erkennen und der Spur folgen. Und wenn nicht, dann werden Sie zum Schluss der Reihe eine Überraschung erleben.

Interview von Adelheid Bertel, Oktober 2025
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